Die zentrale Aufgabe eines Data Warehouse besteht neben der Bereitstellung von Daten für Auswertungszwecke darin, Unternehmensdaten zeitlich unbefristet zu speichern („Konzern-Gedächtnis“) und jederzeit wieder bereitstellen zu können, auch wenn diese ggf. in den operationalen Systemen nicht mehr gespeichert sind.
Um dies zu erreichen, muss ein DWH dem Prinzip der vollständigen Historisierung entsprechen sowie weitgehend von den Quellsystemen unabhängige Schlüsselprinzipien verwenden.
Fachliche Schlüssel (Vertragsnummern, Schadennummern etc.) werden in den operationalen Systemen einerseits als Primärschlüssel verwendet und beinhalten andererseits betriebliche Bedeutungen, die sich zeitabhängig ändern können. Dadurch und durch Systemablösungen bedingt, kann es in den operationalen Systemen zu Änderungen der fachlichen Schlüssel kommen.
Das DWH muss mit solchen Änderungen der operationalen Welt umgehen können und über die Zeit stabil bleiben. Durch den Einsatz künstlicher Ersatzschlüssel, die ohne jegliche fachliche Bedeutung sind, erreicht man den Zustand der zeitlichen Stabilität.
Die Historisierung aller im Kern-DWH enthaltenen Daten schafft die Voraussetzung für die Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit aller Auswertungen.
Nach dem Prinzip der vollständigen Historisierung existieren zwei relevante Zeit-Informationen mit in der Regel voneinander unabhängigen Historien: die fachliche Gültigkeit der Daten und die technische. Nur durch die Verwendung zweier Zeitstempel mit einer jeweils in sich überschneidungsfreien Historie wird sichergestellt, dass alle jemals produzierten Auswertungen reproduzierbar sind.