GLOSSAR

Begriffe aus der Unternehmensberatung  schnell und einfach erklärt.

Ironische Kritiker sagen, Unternehmensberater seien Sprachgenies: Sie sprächen reines Fachchinesisch. Befürworter von Fachbegriffen meinen hingegen, solche Worte schaffen Klarheit und Verbindlichkeit in Bezug auf die zu erwartenden Leistungen.

Wer Recht hat, wollen wir gar nicht diskutieren. Wir möchten, dass Sie uns verstehen. Dieses Glossar klärt daher die Begriffe und Abkürzungen, die Ihnen auf dieser Website begegnen und auf Anhieb nicht verständlich sein könnten.

A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - XYZ

A

Alignment – Der Begriff Alignment bedeutet – aus dem Englischen übersetzt – Ausrichtung, Anordnung, Positionierung auf einer Linie.

Audits – Als Audit werden allgemein Prüfungen bezeichnet, bei welchen eine Organisation oder ein Unternehmen das eigene System und/oder die Prozesse hinsichtlich der Erfüllung von Anforderungen und Richtlinien bewertet. Somit kann die Wirksamkeit und die Leistungsfähigkeit des Systems und der Prozesse überprüft werden, ob die Anforderungen tatsächlich verwirklicht werden und geeignet sind, die Ziele zu verfolgen, und ob Änderungen nötig sind.

B

Balanced Scorecard (BSC) – Die Balanced Scorecard (BSC) ist ein 1992 eingeführtes Konzept zur Dokumentation von gemessenen Ergebnissen der Aktivitäten eines Unternehmens hinsichtlich seiner Strategien. Dies ermöglicht einen umfassenden Überblick über Leistung und Effektivität der Organisation eines Unternehmens.

BilMoG – Das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, BilMoG) ist ein deutsches Artikelgesetz zur Reform des Handelsbilanzrechts, welches am 29. Mai 2009 in Kraft ge­tre­ten ist. Durch das BilMoG wird die Wirtschaft fi­nan­zi­ell hinsichtlich der Bilanzierung entlastet und das Bi­lanz­recht des Han­dels­ge­setz­bu­ches den international üblichen Methoden der Rechnungslegung angenähert. Das BilMoG umfasst umfangreiche Deregulierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen zum Vorteil von kleinen und mittleren Unternehmen.

Business Re-Engineering – Business Reengineering (BR) bezeichnet die Optimierung oder Neustrukturierung von Geschäftsprozessen im Unternehmen oder des Unternehmens.

Business Continuity Management (BCM) – Auch betriebliches Kontinuitäts-Management genannt, bezeichnet den Aufbau eines leistungsfähigen Notfall- und Krisen-Managements eines Unternehmens. Konzepte, Planungen und Maßnahmen im Rahmen des BCM dienen der Aufrechterhaltung der betrieblichen Kontinuität.

Business Process Managment (BPM) – steht für Geschäftsprozess-Management. Die organisatorischen Abläufe eines Unternehmens werden beim BPM genau analysiert, optimiert, dokumentiert oder neu gestaltet.

Business Value – Im Bereich des Managements ist „Business Value“ ein informeller Bergriff, der alle Formen eines geschäftlichen Wertes umfasst, die den Wert eines Unternehmens auf lange Sicht bestimmen.

C

Change Management – Das Management von Veränderungen umfasst alle Aufgaben, Maßnahmen und Tätigkeiten, die weitreichende Veränderungen in einer Organisation zur Umsetzung von neuen Strategien, Strukturen, Systemen, Prozessen oder Verhaltensweisen initiieren und steueren.

CIO-Bereich – Der CIO (Chief Information Officer) ist der Verantwortliche für das Informations- und Kommunikationsmanagement in einem Unternehmen und nimmt im Allgemeinen in einem Unternehmen die Aufgaben der strategischen und operativen Führung der Informationstechnologie (IT) wahr.

Cloud Computing – Cloud Computing beschreibt einen internetzentrierten Entwicklungsansatz, bei dem ein Anbieter komplexe Leistungen aus abstrahierten IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher), fertigen Programmpaketen und Programmierumgebungen über Netzwerk in Form eines abstrakten Dienstes zur Verfügung stellen. Die Dienste werden dynamisch nutzbar bereitgestellt, die an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden können Über festgelegte Schnittstellen können die komplexen Dienste angefordert werden; die Abrechnung erfolgt dabei nutzungsabhängig.

Compliance – Compliance bezeichnet das Befolgen bzw. Einhalten von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien.

E

EDI-Benchmarking – Elektronischer Datenaustausch (Electronic Data Interchange, EDI) beschreibt alle elektronischen Verfahren zum asynchronen, vollautomatischen Versand von strukturierten Nachrichten zwischen Anwendungssystemen unterschiedlicher Einrichtungen.

EDI-Konverter Eine Software, die Daten aus einem firmeninternen Anwendungsprogramm in ein genormtes Datenformat umwandelt oder umgekehrt. EDI-Benchmarking umfasst eine vergleichende Analyse beispielsweise für Energieversorger von EDI-Konvertern unter Berücksichtung des zukünftigen Datenvolumens.

I

ICT-Dienstleister – Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT, „Information and Communication Technology“).

IFRS – International Financial Reporting Standards (IFRS) sind internationale Rechnungslegungsstandards, Interpretationen der Standards und ein Rahmenkonzept (Framework) für Unternehmen und werden vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben. Unabhängig von nationalen Rechtsvorschriften ermöglichen die IFRS die Aufstellung international vergleichbarer Jahres- und Konzernabschlüsse.

IndIMa – Industrialisiertes IT-Management (IndIMa) ist ein ganzheitliches, nach industriellen Maßstäben aufgebautes Managementsystem für IT Organisationen in Unternehmen sowie IT Dienstleistern. Industrialisiertes IT Management beinhaltet Konzepte zur Gestaltung der IT Strategie, Prozesse, Organisation, Management-Tools, Produkte und Controllingverfahren.

Interims-Management – Interims-Management (Management auf Zeit) ist eine zeitlich befristete Personal-Dienstleistung und beschreibt die beratungsmäßige bzw. auf Führungsebene personelle Unterstützung von Unternehmen in Krisenzeiten. Der so genannte Interimsmanager löst die notwendigen Aufgaben des in der Krise befindlichen Unternehmens.

IT-Governance – IT-Governance ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung und regelt die Ausrichtung und Steuerung der IT im Unternehmen auf die Unternehmensstrategie und -ziele und die effektive und effiziente Gestaltung von Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen. Somit sollen der nachweisliche Nutzen und der nachhaltige Wertbeitrag der IT für das Unternehmen genutzt werden.

ITIL-Prozesse – Die IT Infrastructure Library (ITIL) ist ein Referenzmodell für das IT-Service-Management und gilt in diesem Bereich international als ein De-facto-Standard. Die ITIL umfasst eine Sammlung von bedeutsamen Praktiken in einer Reihe von Publikationen, welche als Leitfaden zur Ausrichtung von IT-Prozessen und für den zweckmäßigen und wirtschaftlichen Einsatz von Informationstechnik verwendet werden. ITIL zielt darauf ab, die Prozesse innerhalb einer IT-Organisation zu strukturieren, an Best Practices auszurichten, nachvollziehbar und messbar zu machen und so die Basis für einen kontinuierliche Prozessverbesserung zu schaffen.

K

KonTraG – Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) trat mit Wirkung vom 1. Mai 1998 in Kraft, wodurch zehn Gesetze bzw. Verordnungen geändert wurden, die schwerpunktmäßig das Aktiengesetz und das Handelsgesetzbuch betreffen. Durch das KonTraG wurden die Vorstände börsennotierter Aktiengesellschaften verpflichtet, ein unternehmensweites Früherkennungssystem für Risiken einzuführen und zu betreiben, sowie Aussagen zu Risiken und zur Risikostruktur des Unternehmens im Lagebericht des Jahresabschlusses der Gesellschaft zu veröffentlichen.

M

MaRisk (VA) - R3/2009 – Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement in Versicherungsunternehmen (MaRisk VA bzw. R3/2009) sind Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Ausgestaltung des Risikomanagements in der Versicherungswirtschaft. Die MaRisk (VA) wurden im Januar 2009 im Rahmen des Rundschreibens R3/2009 der BaFin veröffentlicht und greifen im Wesentlichen der Säule II des EU-Projektes Solvency II vor.

MSB-/MDL-Prozesse – Prozesse zur Abwicklung der Rollen der Messstellenbetreiber (MSB) und der Messdienstleister (MDL) in der Energiewirtschaft (z. B. Erstellen, Verarbeiten und Verwalten von Vertragsdaten und Zählerinformationen). Ein Anschlussnehmer kann den Messstellenbetrieb frei wählen und ein Anschlussnutzer kann den Messstellenbetrieb und die Messdienstleistung frei wählen. Der Netzbetreiber übermittelt die vom MSB bzw. MDL erhobenen Verbrauchsdaten an die jeweiligen Energielieferanten.

P

Post Merger Integration (PMI) beschreibt die Integrationsphase im Zuge von Unternehmensakquisitionen und -fusionen, bei der Geschäftsbereiche organisatorisch zusammengelegt und  Prozesse und Strukturen vereinheitlicht werden.

S

SEPA (Single Euro Payments Area) steht für den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum und beschreibt das Projekt eines europaweit einheitlichen Zahlungsraums für Transaktionen in Euro. Alle Zahlungen werden wie inländische Zahlungen behandelt. Seit dem Start von SEPA im Januar 2008 wird nicht mehr zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen unterschieden.

SLA – Ein Service Level Agreement (SLA) ist eine Vereinbarung zwischen dem Erbringer einer Dienstleistung und seinem Kunden über Art und Umfang der zu erbringenden ständigen oder wiederkehrenden Dienstleistungen. SLA legen die Dienstgüte (Servicelevel) fest, die die vereinbarte Leistungsqualität beschreibt.

Shared Service Center – Bei Shared Service Centern werden Dienstleistungen (Services), die bislang in gleicher oder ähnlicher Form an mehreren Stellen im Unternehmen bzw. einer Organisation durchgeführt wurden, an einer (manchmal auch mehreren) zentralen Stelle zusammengefasst. Die anbietende Stelle wird in der Regel als Shared Service Center, kurz SSC, bezeichnet. Auf diese können die einzelnen Geschäftsbereiche, Geschäftseinheiten oder Abteilungen dann nach Bedarf zugreifen, um die entsprechende Serviceleistung zu erhalten.

Smart Metering – Der intelligente Zähler (der so genannte Smart Meter) ist eine kommunikationsfähige elektronische Messeinrichtung, die eine bidirektionale (selbständige) Kommunikation zwischen Zähler und Energieverteilnetz möglich macht. Dem Verbraucher wird ermöglicht, zeitnah Informationen zu erhalten, wann er wie viel Energie verbraucht.

Solvency I – Aktuelle aufsichtsrechtliche Vorschriften zum europäischen Solvabilitätssystem, die sich auf Basis des „Müller-Berichts“ aus den europäischen Richtlinien 2002/13/EG für die Schadenversicherung und 2002/83/EG für die Lebensversicherung ergeben und über § 53c VAG i.V.m. der KapitalaustattungsVO in das deutsche Recht übertragen wurden. Zitiert aus: Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Solvency I.

Solvency II – Solvency II ist ein Projekt der EU-Kommission zur Reform des Versicherungsaufsichtsrechts in Europa und soll gemäß heutiger Planung 2012 in Kraft treten. Solvency II basiert auf dem Drei-Säulen Konzept der Kreditwirtschaft von Basel II und soll vor allem die Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung von Versicherungsunternehmen reformieren.

V

Value Based Management – Wertorientierte Unternehmensführung – auch Value Based Management genannt – ist als Leitbegriff moderner Unternehmensführung anzusehen und beschreibt die Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten auf die Steigerung des Unternehmenswertes.

VVG-Reform – Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) als wichtigste rechtliche Grundlage für Versicherungsverträge ist grundlegend überarbeitet worden. Das neue VVG trat zum 1. Januar 2008 in Kraft und umfasst u. a. die Abschaffung des Policenmodells, das Fixieren von Beratungs- und Dokumentationspflichten des Versicherers, den Wegfall des „Alles oder nichts“-Prinzips, Neufestlegung der vorvertraglichen Anzeigepflicht.