Welche Risiken lassen sich auf einer objektiven Basis bewerten?

Risiken sind objektiv messbar, wenn es adäquate Vergleichsdaten gibt. Das heißt, die Erfahrungen aus der Historie sind so umfassend, dass sich ggf. durch Kombination mit Trendverfahren Verteilungsfunktionen für die Häufigkeit des Eintretens und das Ausmaß bei Eintreten eines Risikoaspektes ableiten lassen.

Beispielsweise gibt es im Bereich der Aktienanlagen eine weitreichende Historie mit Extremereignissen, die es zulässt, Aussagen über die stochastische Verteilung der Aktienkurse zu treffen. Auf Basis dieser Schwankungen kann das Risiko quantifiziert werden.

Die Quantifizierung des Risikos erfolgt im Falle objektiv messbarer Risiken entweder auf Basis einer analytischen Formel oder bei der Kombination mehrerer Verteilungsfunktionen (Schadenhäufigkeit und Schadenhöhe) zum Beispiel auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation, die das Ergebnis in Form einer Verteilung darstellt.

Häufig erfolgt die Quantifizierung auch über deterministische Verfahren, beispielsweise anhand von Stresstests (Stress-Szenarien). Hierbei wird in der Regel ein Extremereignis abgebildet, um die Auswirkungen auf die Entwicklung des Unternehmens darzustellen.

Versicherungstechnische Risiken, Marktrisiken, Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Konzentrationsrisiken sind Beispiele für objektiv messbare Risiken.